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Eine Webreportage der Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse im Fach Katholische Religion der Adolf-Reichwein-Schule in Neu-Anspach

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Ist Sport wirklich nicht fair? Nachdem wir die These aufgestellt haben, haben wir festgestellt: wir haben Redebedarf. Tim zum Beispiel denkt: Gerade der Sport ist fair - hier kann man die Werte lernen, die uns zu besseren Menschen machen. Vici ist dagegen klar der Meinung: Sport ist halt nicht fair - und alles, was sie sieht, beweist es.

Tim und Vici begleiten euch durch unsere Themen - vorbei an allem, was wir über den Sport und die Fairness zusammengetragen haben.

Als erstes nehmen sie euch mit in die Zeit, in der der Sport, wie wir ihn kennen, erfunden wurde - das antike Griechenland, die Zeit der olympischen Spiele, der sportlichen Wettbewerbe zu Ehren der Götter.

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Also: Beginnen wir unsere Reise durch den Sport bei den olympischen Spielen der Antike!

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Eines Tages nahm ein Sportler aus Athen, Kalipos, an den Olympischen Spielen teil. Jedoch hatte Kalipos seine Gegner bestochen um zu gewinnen. Als das rauskam, wurde Athen eine hohe Strafsumme für ihren Sportler auferlegt. Sie weigerten sich lange Zeit zu zahlen, bis das Orakel von Delphi begann zu streiken, d.h. sie wollten keine Prophezeiungen für Athen machen. Erst dann zahlte Athen das Geld und Kalipos durfte wieder an den Olympischen Spielen teilnehmen...

Wurde oft bestochen ?
 

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Das Orakel von Delphi war eine griechische Pilgerstätte im Keller des Apollon-Tempels. Es wurde von vielen Menschen besucht, die um Weissagungen und Prophezeihungen baten.

Dabei waren unter anderem viele Sportler, die sich den Ausgang der Olympischen Spiele vorhersagen ließen. Es lag nahe, das Orakel zu bestechen, da ihr Wort ein großes Gewicht hatte. Und das kam nicht selten vor...
 

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Schon bevor der moderne Fußball erfunden wurde, haben in England Dörfer gegeneinander Ball gespielt - so brutal, dass diese Wettkämpfe von Kirche und Krone immer wieder verboten wurden.
 
Etwa um die Zeit der Industrialisierung begannen englische Privatschulen und Universitäten, Ballspiele zu organisieren - nach Regeln. So entstanden allmählich Sportarten wie Rugby - und unser moderner Fußball.

Ab 1874 entschied ein Unparteiischer, was noch erlaubt war und was nicht - der Schiedsrichter. Und ab 1897 gab es Strafen für absichtliches Foulspiel.


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Baron de Coubertin (via Wikimedia Commons)

Pierre de Coubertin war der Erfinder der Olympischen Spiele der Neuzeit. Von Ausgrabungen antiker Sportstätten beeindruckt, hatte er 1880 die Idee, durch den Sport junge Menschen aus aller Welt zusammenzubringen.

Die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit fanden 1886 in Athen statt, gegen Coubertins Willen. Er wollte sie in seiner Heimatstadt Paris abhalten.

Coubertin gab den Spielen das Motto: "All sports, all nations". Es war ihm wichtig, dass die Spiele unpolitisch waren. Sie sollten zur internationalen Verständigung beitragen und Toleranz unter den Nationen fördern. Coubertin erfand auch das Symbol der Olympischen Spiele: die fünf miteinander verbundenen Ringe, die die fünf Kontinente symbolisieren.

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Und das Fazit? Tim und Vici sind sich nicht einig. Tim betont, dass es den Gedanken der Fairness schon sehr lange gibt - und Vici, dass von Anfang an geschummelt wurde.

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Vermummte Fans des 1. FC Kaiserslautern brennen Bengalos ab (im DFB-Pokal-Spiel gegen den VfB Stuttgart am 25.10.2017)

Egal ob Profi- oder Amateursport, überall gibt es Gewalt durch und unter Fans. Sei es der Schiedsrichter, die gegnerischen Fans oder Spieler oder sogar die Polizei. Irgendjemand bereitet den Fans immer Probleme, die sie mit Gewalt, wie z.B. Bengalos, Glasflaschen oder Schlägereien, klären wollen. Manchmal müssen sogar die eigenen Spieler dran glauben und werden beschimpft und schlecht gemacht.

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Schwarzer Spieler hält Ball

Bedauerlicherweise ist die heutige Toleranz gegenüber anderen Kulturen oder farbigen Menschen nicht so groß, wie man es erwartet. Dadurch spielt auch Rassismus im Fußball eine große Rolle. Besonders Spieler mit dunklen Hautfarben müssen mit rassistischen Beleidigungen rechnen wie "Affe" oder "Bananenfresser". Man ruft ihnen hinterher: "Geh zurück in dein Land." Sie werden als minderwertig dargestellt.

Leider gehen diese Beleidigungen immer mehr unter und werden teilweise schon als normal angesehen.

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Kevin-Prince Boateng

Fußballprofi

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Der Fußballprofi weist seit Jahren auf den Rassismus in den Stadien hin, dem er und andere dunkelhäutige Spieler ausgesetzt sind.

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Skinhead-Fans

Wie alltäglich sind Diskriminierung und Fangewalt? Wir fragen einen, der sich in den Stadien auskennt: Rico Henrici. Heute ist er Lehrer an der Adolf-Reichwein-Schule, früher war er Fußball-Profi.

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Wir haben Rico Henrici, einen Fußball-Trainer im Amateurbereich, interviewt. Wir wollten wissen, ob sich das Fanverhalten auf die Spielweise der Mannschaft auswirkt. Das ist seine Meinung zu dem Thema:

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Prügelei bei einem Spiel des 1. FC Lok Leipzig im April 1990

Nein, früher war es nicht besser, sondern schlimmer.
Dadurch, dass es keine Sicherheitsmaßnahmen und Kontrollen gab, wurden bei Schlägereien Menschen schwer verletzt oder getötet. Um dies zu verhindern und den Sport fair zu machen, wurden ab 1874 immer mehr Regeln und Maßnahmen eigeführt.

(Foto: CC BY-SA Bundesarchiv)

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Dass es einzelne Fans gibt, die Rassisten sind, will Tim nicht als Argument gegen den Sport gelten lassen.

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Spieler des TSV Hoffenheim foult beim Bundesligaspiel einen Frankfurter Spieler

Machen wir uns nichts vor: Wer betrügt, hat einen Vorteil. Und deswegen haben wir einen Verdacht: Im Profi-Fußball gehört Unfairness zum Geschäft - wenn die Verteidiger hart gegen ihre Gegner vorgehen, oder wenn Angreifer im Strafraum umfallen, ohne wirklich gefoult worden zu sein - weil sie mit der Schwalbe einen Freistoß schinden wollen. Und wir glauben: das haben sie vorher geübt.

Aber: Niemand will das wirklich zugeben.

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Schwalbentraining: Ein Pfiff des Trainers - und alle fallen wie vom Blitz getroffen. Okay: das hier ist übertrieben. Aber ist es nicht wirklich so, dass Mannschaften und Spieler gezielt üben, wie man unfaire Punkte macht?

Werbespot des britischen "Guardian" zur Europameisterschaft 2004
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Dezember 2016: Schalker Spieler hilft Leipziger Spieler Timo Werner wieder auf

Wie auf diesem Bild: Der Leipziger Spieler Timo Werner wurde im Spiel gegen Schalke am 3. Dezember 2016 kritisiert, weil das vermeintliche Foul nach Meinung vieler Beobachter eine Schwalbe war.

Üben Spieler so was?

Wir fragen wieder den Ex-Profi und heutigen Lehrer ?? Henrici.

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Wir haben einen ehemaligen Fußballer interviewt der nun Trainer einer Mannschaft im Amateur-Fußball ist.

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Alles in Ordnung also? Tim meint: ja - dass Fouls wirklich trainiert werden, das gibt es einfach nicht. Aber Vici ist skeptisch.

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Sportler mit Spritze

Manche Sportler greifen zu Aufputschmitteln, zum sogenannten Doping, um besser und erfolgreicher im Sport zu werden. Dass Doping verboten ist, wird von vielen nicht ernst genommen und sie schädigen damit ihre Gesundheit. Manchmal kann es sogar zur Abhängigkeit oder Drogenmissbrauch führen. Doping steigert die Aufmerksamkeit, Ausdauer, Leistung und Stressresistenz. Wenn man beim Doping erwischt wird, droht dem Täter eine Haftstrafe von bis zu 3 Jahren. Es gibt bis jetzt aber noch keine richtigen Festnahmen. (Beim Doping von Tieren gilt eine Geldstrafe bis zu 25.000€.)

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Doping ist schlimm - darüber sind sich Vici und Tim ausnahmsweise mal einig. Darüber, wie man es bewertet, nicht.

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Schüler wird befragt

Wir haben 20 Schülerinnen und Schüler unserer Schule gefragt, zwischen 12 und 17 Jahren. Das sind die Ergebnisse.

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Fairness im Sport ist allen wichtig - ein klares Ergebnis. Und trotzdem sind sich Vici und Tim nicht über das Ergebnis einig.

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Beide Seiten haben gute Argumente: Es gibt vieles im Sport, was mit Fairness nichts zu  tun hat. Und doch: Der Gedanke, dass man auf dem Platz nach Regeln kämpft, sich davor und danach die Hand gibt und den Gegner respektiert, spricht für Fairness im Sport.

Wir freuen uns, wenn du mit uns darüber diskutierst!

Uns lernst du übrigens auf der nächsten Seite kennen.

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