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Alle Jogginghosenträger sind asozial

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Hallo, wir - die Religruppe der Klassen 9aH, 9bH und 9aR, der Friedrich-Ebert-Schule in Mühlheim - haben uns intensiv mit der bequemsten Hose der Welt beschäftigt.

Ist sie Mode oder Modesünde? Und was sagt sie über den Täger aus? Ist er bock- und perspektivlos oder mag er es einfach nur gemütlich? Kann man in Jogginghose zur Schule oder auf die Straße gehen oder sollte man es lieber lassen?

Im Laufe unseres Projektes haben wir ein paar typische Jogginghosenträger identifiziert und stellen sie Euch hier vor. Wir haben eine Ausstellung und spannende Diskussionsrunde zum Thema "Mit Jogginghose in die Schule?" veranstaltet.

Außerdem haben wir eine große Umfrage mit über 300 Schülern und 20 Lehrern  gemacht und die Ergebnisse ausgearbeitet. Wir haben unseren Schulleiter interviewt und ein kleines Quiz - Hollywood in Jogginghose - für Euch vorbereitet. Erkennt Ihr die Filme?

Sind Jogginghosenträger wirklich asozial? Natürlich haben wir eine Antwort darauf gefunden, Ihr könnt sie in unserem Fazit nachlesen.

Wir wünschen Euch viel Spaß beim Durchscrollen!


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Zu Beginn unseres Projektes haben wir einen Jogginghosentag gemacht und "alles, was man gut in Jogginghose machen kann" gedreht.

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"Jomandigger!" So oder so ähnlich klingt der Hip-Hopper

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Hip-Hopper tragen gern große Shirts, weite und tiefhängende Hosen, Sneakers und Basecaps mit amerikanischen Symbolen.

Sie bewegen sich extrem lässig im Schlurfschritt. Ihr Körper ist einerseits total hart durchtrainiert und andererseits aus Gummi.

Beim Schmuck und beim Zahnarzt klotzen sie gerne und verlangen: "mehr Gold!" Sie mögen knallige Farben und drücken sich in Graffitisprache aus. Dabei spielen die eigenen Initialen eine große Rolle.

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Seine Musik ist wie er - spezialinteressiert

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Der Honk versucht cool zu sein, hat es aber nicht drauf. Er trägt meist Jogginghosen-Imitate. Wenn er tatsächlich eine "richtige" Jogginghose trägt, hat sie - uups - vier Streifen an der Seite.

Er versucht mit ungeschickten Bewegungen coole Moves zu machen und er trägt absolut unbekannte Fußobjekte - wahrscheinlich im Glauben, es wären Turnschuhe.

Der Honk hat viele Namen. Er heißt beispielsweise auch Horst, Spacko, Hirndiele, Vollzonk, Geek, Handy-am-Gürtel-Träger und er ist so uncool, dass er schon wieder cool ist. Er ist einfach Kult und ohne ihn wäre es extrem langweilig.

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Nur Hype-Klänge bitte!

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Hip, hipper, Hipster: figurbetonte Jogginghose, Boots und Hemd - das geht! Für den Hipster gilt: Je spezieller und ausgefallener,desto besser. Seine Liebelingswörter sind vintage und vegan. Er ist extrem kreativ, szenebewusst, extravagant und hat ein Näschen für Trends.

Über ihn gibt es im Internet viele Witze. Beispiel gefällig?

Frage: Was wiegt ein Hipster?
Antwort: Ein Instagram!

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Hotties klingen ganz schön hübsch

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Puh, heiß hier... Hotties sind heiße Bräute oder Typen, heiße Eisen, heiße Feger - eben alles was "so hot" ist.

Das Besondere an ihnen: Sie sehen auch in Jogginghose geil aus. Einziger Nachteil: Hotties sind Herzensbrecher, ihre größte Liebe heißt Instagram.

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Mit freshem Freesytyle im Flow

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Der Homie - auch Homeboy gennant - ist ein guter Kumpel von nebenan. Er hat keine Clique, sondern eine Gang und wohnt nicht im Viertel, sondern in der Hood.

Der Homie heißt auch Alter, Bro, Digga oder Dude. Er ist so extrem gechillt, dass er jeden Morgen verschläft. Man kann jederzeit bei ihm vorbeikommen, mit ihm Musik hören, zocken und abhängen.

Sein Kleindungsstil ähnelt dem, des Hip-Hoppers: lässig und bequem, Baggy Jeans oder Jogginghose - die ultimative Hose für das Langstreckenchillen.

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Ist das Musik oder Hasspredigt?

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Der Hater findet alles scheiße. Er wütet und pöbelt und steckt gern sein Revier ab. Er ist gegen alles, wenn es sein muss auch mit Gewalt. Seine Hobbies: nerven, provozieren und beleidigen.

Sein Kleidungsstil: bequem beim Shitstormen und Hatespeechen. Er attackiert seine Mitmenschen, die Umwelt und das Internet. Sein Hass macht ihn voll hässlich.

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Ist euch aufgefallen, dass alle Jogginghosen-Typen mit "H" anfangen?

Und weil wir viele dieser H-Exemplare an unserer Schule haben, haben wir über 300 Schüler und 20 Lehrer zu den Themen "Wann trägst Du Jogginghose? Wo sollte man sie nicht tragen? Ist die Jogginghose in der Schule ok?" befragt.

Hier sind unsere Ergebnisse.

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Und das hier ist die krasseste und provokanteste Antwort, die wir auf die Frage: "Sind alle Jogginghosenträger asozial?" bekommen haben!

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Am 18. Dezember 2017 haben wir unser Projekt in der Schule vorgestellt und eine große Diskussionsrunde zum Thema "Ist die Jogginghose eine angemesse Kleidung für die Schule?" organisiert.

Wir haben eine kleine Ausstellung zur Geschichte der Jogginghose sowie den unterschiedlichen Jogginghosenstilen gemacht und verschiedene Klassen und Lehrer der Schule eingeladen, um mit uns kontrovers über das Thema zu diskutieren.

Es gab einige überraschende Argumente, sowohl für als auch gegen die Jogginghose in der Schule!

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Unsere Klassenlehrerin, Frau Hessemer, begrüßt alle Schüler und eröffnet die Debatte. Wir sind alle sehr aufgeregt, es sind so viele gekommen.

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Drei Lehrer sind Gäste unserer Diskussionsrunde:
Herr Ruppel, Frau Richter und Frau Giesel.

Unsere erste Frage geht an sie: "Sind Jogginghosenträger asozial?"

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Frau Richter: "Ein klares Nein, denn ich gehe davon aus, dass sie die Hose ja zum Sport oder im Fitnessstudio tragen. Alle anderen, die Jogginghose auf der Straße tragen, begreifen nicht, was sie damit aussenden.

Ihr wisst, dass ich ein bisschen modebewusst bin, deswegen zitiere ich mal den Modezaren Karl Lagerfeld: 'Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.' So sehe ich das auch.“

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Kommentar einer Schülerin „Aber ist Mode nicht Geschmackssache? Jeder sieht Mode anders und wenn jemand Jogginghose schön findet, dann ist das eben sein Geschmack.“

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Frau Richter: "Natürlich ist Mode Geschmackssache, aber man muss auch an die Gefahren denken. Ein Beispiel: Wir haben in der Schule viele Schüler, die mittlerweile Jogginghose tragen und der Meinung sind, das sei cool.

Das mag vielleicht auch sein, aber ich hatte schon mehrfach Schüler im Büro, die sich beschwert haben, dass ihnen Schüler auf dem Schulhof die Jogginghose runtergezogen haben. Das geht mit einer Jeans nicht! Es haben also Schüler in Unterhose auf dem Schulhof gestanden und sind gemobbt worden. Das möchte natürlich niemand erleben!“

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Herr Ruppel, was sagen Sie als Sportlehrer zu
"Jogginghosen in der Schule?"

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Herr Ruppel: „Ich habe heute tatsächlich eine Jogginghose an. Allerdings hatte ich heute vier Stunden Sportunterricht. Das ist also eher eine Ausnahme.

Grundsätzlich plädiere ich auch eher für eine ‘ordentliche‘ Hose. Ich finde Sportlehrer können Jogginghose in der Schule tragen. Bei allen anderen Lehrern finde ich es unpassend.“

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Frau Richter: „Wir haben im Kollegium schon oft über angemessene Schulkleidung nachgedacht, gerade im Sommer, wenn Mädchen beispielsweise sehr leicht bekleidet sind und ich sie bitte, sich angemessener zu kleiden. Zu sexy, zu schluffig – das gehört für mich übrigens beides nicht in die Schule!“

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"Es gibt Studien, die behaupten, dass Klamotten Einfluss auf unser Denken haben. Außerdem lässt sich anhand der Kleidung angeblich der soziale Status eines Menschen ablesen. Was meinen Sie dazu, Frau Giesel?"

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„Ich glaube nicht, dass Klamotten Rückschlüsse auf den sozialen Status zulassen - aber auf die Lebenseinstellung schon. Man präsentiert seine Lebenseinstellung häufig über Kleidung - ich denke da beispielsweise an die Punkszene oder die Technobewegung damals.

Wenn ich mir die die vielen Menschen in Jogginghose anschaue, frage ich mich: Was ist deren Lebenseinstellung? Möchten sie es den ganzen Tag möglichst bequem haben? Nach dem Motto: "Ich möchte am liebsten auf die Couch. Ich möchte mich möglichst wenig anstrengen müssen."

Ich finde diese zur Schau gestellte 'Ich-möchte-es-bequem-haben-Einstellung' nicht gut. Da muss man sich nicht wundern, wenn die Menschen entsprechend darauf reagieren.“

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Kommentar eines Schülers: "Ich finde Jogginghosen in der Schule auch nicht gut. Die sind für das Privatleben. Schule ist wie eine Arbeitsstelle und da sollte man sich angemessen anziehen. Das ist den Lehrern gegenüber respektlos.“  

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Herr Ruppel: "Ich glaube, dass die Körperhaltung sich mit der entsprechenden Kleidung verändert - ‘Kleider machen Leute‘ - das stimmt meiner Meinung nach. Wenn ein Lehrer einen Anzug trägt, verhalten sich die Schüler ihm gegenüber auch anders. Kleidung macht was mit dem Träger und seinem Umfeld.“

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Ein Schüler kommt nach vorne: „Ich finde nicht, dass ein Kleidungsstück mein Verhalten beeinflusst. Man muss ja Jogginghosen nicht jeden Tag tragen, aber verbieten würde ich sie nicht."

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"Was mir wichtig ist: Ich wurde dazu erzogen, Leute nicht nach ihrem Äußeren zu bewerten. Ist das nicht eher ein Problem des Gegenübers als des Jogginghosenträgers?“

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Großer Applaus für diesen Kommentar

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"Ja, aber wir alle beurteilen Menschen anhand ihres Äußeren sowie anhand von vielen anderen Merkmalen. Nach dem Motto: "Ist er mir sympathisch? Kommt er gammelig oder gepflegt rüber?"

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„Früher war die Jeans eine provokante und unangemessene Kleidung in der Öffentlichkeit. Irgendwann war sie etabliert und kein Thema mehr. So wird es wahrscheinlich auch mit den Jogginghosen ausgehen.“

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Wir haben es geschafft. Die Diskussionsrunde ist sehr gut gelaufen - aber können wir etwas daraus lernen?

Ja! Wir verraten es euch noch! Am Ende! Aber vorher kommt noch unser Direktor, Herr Müller, zu Wort. Den haben wir interviewt und er hat uns wichtige Argumente für unser Fazit geliefert.

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Wir sind aufgeregt. Interview mit dem Schulleiter - in seinem Büro. Was hält Herrn Müller von Joggginghosen, trägt er sie selbst und vor allem: Was denkt er über dieses Kleidungsstück in der Schule?

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Ein kleines Spiel vor dem Fazit:
Wir haben Filmszenen in Jogginghosen
nachgestellt.

Erkennst Du, welcher Film das ist?
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Wir sind die Reliklasse, bestehend aus Schülern der Klassen 9aH, 9bH und 9aR.

Hier siehst Du uns bei der
Projektarbeit --> weiterscrollen!

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An einem Tag haben wir "Alles, was man gut in Jogginghose machen kann" gedreht.

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Man kann in Jogginghose extrem abhängen aber auch extrem abgehen.

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Während die Jogginghosenträger zeigen, was sie drauf haben, filmen und fotografieren die Skinny-Jeansträger :-)

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Posen in Jogginghosen: Wir haben in unserem Projekt viele verschiedene Dinge gemacht: Eine kleine Jogginghosenmodenschau, wir haben gesportelt, gespielt, gebrainstormt, recherchiert, debattiert, ausgewertet und sind zu einem Entschluss gekommen.

Jetzt kommt unser Fazit --> weitersrollen!

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Das wichtigste vorweg: Kein Jogginghosenträger ist  wegen seiner Kleidung  asozial! Nicht auf die Klamotten, sondern auf den Inhalt kommt es an. Asozial ist nur, wer sich asozial verhält, egal was er trägt. Von unseren Jogginghosentypen trifft das nur auf den "Hater" zu. Wer andere schikaniert, mobbt, disst, verhält sich asozial. Und wer von den Klamotten auf das Wesen eines Menschen schließt, hat die Kontrolle über sein geistiges Gleichgewicht verloren.

Trotzdem sollte man ein Mittelmaß finden und nicht zu jeder Gelegenheit Jogginghosen tragen, denn die Kleidung ist eine Würdigung des Anlasses und der Mitmenschen. Wir empfehlen den täglichen Check: "Passt mein Outfit zum Tagesprogramm?"

Die meisten Lehrer und unser Schulleiter haben sich gegen die Jogginghose in der Schule ausgesprochen. Ihre Argumente dagegen sind absolut nachvollziehbar. Das sollten wir berücksichtigen und uns klarmachen: Die Schule ist kein Freizeitort und wenn auf dem Stundenplan nicht Sport steht - warum muss ich dann eine Jogginghose tragen?

Zu öffentlichen Anlässen - zu denen auch die Schule zählt - ist sie immer noch gegen die Konvention. Es kann sein, dass sich das irgendwann ändert, aber momentan gilt: Am besten passt die Jogginghose zum Sport und zum Chillen, bei allen anderen Aktivitäten sollte sie im Schrank bleiben!

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Dieses Projekt ist ein Schüler-Medienprojekt des Hessischen Rundfunks in Kooperation mit dem Kultusministerium Hessen.
 

Redaktion: die Klassen 9aH, 9bH und 9aR der Friedrich-Ebert-Schule in Mühlheim, unter der Leitung von  Eva-Maria Hessemer

hr-Mediencoach / Schlussredaktion: Klaudija Schnödewind

Webgrafik: Kerstin Henninger

Schnitt: Justus von der Handt

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